Montag, 5. Mai 2014

Ostertage

Zwar etwas spät, aber dennoch habe ich ein bisschen was über die Osterfeiertage zu erzählen.

Einen Tag vor Palmsonntag, den 12. April, war hier in Bolivien Tag des Kindes und das sollten unsere Kiddies natürlich auch mitbekommen. Den ganzen Tag über waren die Pfadfinder in der Aldea und haben einige Aktionen für alle Kinder ab 6 Jahren angeboten. Unter anderem wurden Palmwedel für die Messe zum Palmsonntag geflochten. Jedes Kind lief somit mit einem großen Palmwedel in der Hand rum oder machte es sich im Hof der Aldea bequem und dann ging es auch schon ans flechten. Damit ich überall tatkräftg mithelfen konnte, wurden mir dann auch ganz schnell die Grundflechtarten beigebracht und schon standen die Kinder schlange damit ich ihnen das Flechten beibringe oder ihnen ein Stück weit helfe.
















die Ergebnisse konnten sich sehen lassen:







Am Abend gab es dann schon die Palmsonntagsmesse, weil der Prister am Sonntag keine Zeit hatte, und alle Palmwedel wurden gesegnet.



An Gründonnerstag gibt es hier die Tadition, dass man am Abend durch alle Kirchen Cochabambas geht und dort betet.

Am Ostersonntag gab es dann hier in der Aldea für alle Kinder ein paar Süßigkeiten vom Osterhasen.
Ich selbst war allerdings über Ostern nicht in der Aldea sondern bin mit meinen Eltern in den Salar de Uyuni gereist, doch selbst da war der Osterhase present ;)


Mittwoch, 23. April 2014

Geburtstag in Bolivien

Dieses Jahr, genauer gesagt am 26. März, habe ich meinen Geburtstag zum ersten Mal in Bolivien gefeiert.
Schon einen Tag vorher stand ich mit den Kids in der Küche, um einen Schokoladenkuchen zu backen, den wir dann an meinem Geburtstag essen wollten. Die zwei liebsten Kinder durften mir helfen und waren total gespannt bei der Sache.

alles fertig!


Einen Tag später setzten wir uns dann mit den beiden Gruppen der kleinsten Kinder, mit denen wir jeden Tag arbeiten, zusammen und aßen die selbstgemachten Muffins.
Nachdem alles aufgegessen war und jedes Kind einen Schokomund hatte, wurden ganz viele Luftballons aufgeblasen und  wir spielten einige Spiele, tanzten und hatten sehr viel Spaß.






Am Abend ging es dann ans Torte essen, die darf hier in Bolivien nämlich nicht fehlen. Zum Torte Essen gehört die Tradition, dass das Geburtstagskind vor dem Anschneiden einmal in die Torte reinbeißen muss, was aber im Grunde nur ein Vorwand ist. Denn während der Mund richtung Torte wandert zum Reinbeißen, wird einmal gleich der ganze Kopf nach unten gedrückt, sodass man die halbe Torte im Gesicht hängen hat. Aber wen stört schon eine soo leckere Gesichtsmaske ;)






so schnell kanns passieren..

Mittwoch, 5. März 2014

CARNAVAL

Karneval mal anders...
Dieses Jahr ging es nicht wie sonst immer in die Schützenhalle oder zu Freunden zum Karneval feiern; dieses Jahr ging es nach Oruro!!



Oruro ist eine kleine Stadt in Bolivien knapp 5 Stunden von meinem Wohnort Cochabamba entfernt und grundsätzlich ist in dieser Stadt überhaupt gar nichts los. Das ändert sich jedoch schlagartig zu Karneval, dann kommen die Menschen aus allen Ecken Südamerikas und darüber hinaus, um dort zu feiern. In Oruro gibt es nämlich den größten Karneval Boliviens.
Schon einige Monate vorher, sind alle Hotels ausgebucht und auch die Bewohner Oruros vermieten einige Räume ihres Hauses zum Schlafen. 

Für mich ging es am Freitag abend zusammen mit Charlie und einer befreundeten Gruppe von Caporalestänzern im Bus Richtung Oruro. Dort angekommen, bezogen wir um 4 Uhr morgens unser Quartier: zwei leere Räume mit einigen Matratzen darin und einem sehr schmutzigen Bad nebenan. Und ich muss sagen, ich war positiv überrascht von dieser Unterkunft, denn ich war davon ausgegangen, dass es noch nicht mal Matratzen gibt.

Halbwegs ausgeruht nahmen wir am nächsten Tag gegen mittag unsere Plätze auf der Tribüne ein und schauten uns den großen Tanzumzug an, der sich quer durch die Stadt zog. Gute 20 Stunden dauert dieser Zug der aus vielen verschiedenen Tänzen besteht.
und so ging es die Tribünen rauf..

von Caporales, Suri Sikuri und Kallawayas...






 ..bis hin zu Diablada, Tinku, eine chilenische Tanzgruppe und Morenada war alles dabei

















Nebenbei wird auf der Tribüne Party gemacht oder man leistet sich die ein oder andere Schaum- oder Wasserschlacht, was ganz typisch für den Karneval hier ist. 

und so wurde ich in Oruro eingeschäumt und kaum war ich wieder in Cochabamba war ich auch schon klitschnass..


Am Samstag abend gab es dann plötzlich eine Unterbrechung im Zug; der Grund: eine Fußgängerbrücke, die über der Strecke aufgebaut worden war, war durch die Last der passierenden Leute zusammengebrochen und auf die Strecke gestürzt. Es gab sowohl viele Verletzte als auch Tote und so glaubten wir, dass damit der Umzug für heute erstmal beendet ist. Allerdings haben die Bolivianer eine andere Art mit so etwas umzugehen und zu trauern, und so ging es nach 3 Stunden Verzögerung weiter. 


Sonntags besuchten wir dann noch die Virgen Socavón bevor es nach einem weiteren Tag Umzug schauen, Stadtrundgang und großer Fiesta montag Nacht mit der Flota zurück nach Cochabamba ging. 


Blick über Oruro, die blauen und roten Flecken sind die Tribünen, die sich durch die ganze Stadt ziehen
la Virgensita de Oruro 




unsere Reisetruppe Caporales Tunari (rechts)







kleines Fotoshooting mit den Tänzern vom Diablada Tanz





und bis zur Unterkunft gings dann auch schon mal im Kofferraum, ich muss sagen sehr gemütlich und praktisch, so passen gleich viel mehr Leute in ein Taxi












Hauptgetränk im Karneval - Cerveza ;)

Samstag, 25. Januar 2014

Unterwegs durch die Gewässer Boliviens

Die zweite Entdeckungstour führte Charlie und mich letzte Woche nach Trinidad, eine kleine Stadt in Beni, Bolivien. Nach knapp 16 Stunden mit Umstieg in Santa Cruz kamen wir dort pünktlich am Sonntag abend an, um am Montag morgen unsere Tour zu starten.

Drei Tage waren wir mit einem kleinen Boot auf den Flüssen Ibaré und Mamoré unterwegs, die sich weit durch Bolivien ziehen. Zum Essen und Schlafen machten wir bei "Einheimischen" halt, die sich am Rand des Flusses ein gemütliches Häuschen fern ab von der Stadt gebaut haben - aus Holz versteht sich. Sie leben recht einfach, aber haben durch die Haltung von Hühnern, und den Urwald um sie herum alles, was sie zum Leben brauchen. Auch zum nächsten kleinen Örtchen ist es mit dem Boot oder auch zu Fuß nicht allzu weit.



Allerdings waren wir immer sehr froh, wenn wir unsere Fahrt auf dem Boot fortsetzen konnten. Denn im Gegensatz zum Fluss, wo immer eine Windböe zu spüren war, wurde der Wind an Land von den großen Bäumen aufgehalten und dementsprechend gab es Millionen von Mücken, mit denen wir gezwungener Maßen eine sehr enge Beziehung hatten. So bald wir anlegten, stürzten sie sich auf uns und schenkten uns, trotz Mücken-Spray, einen Haufen Stiche, sodass bald keine Stelle mehr frei war.



unser Nachtlager, fehlen nur noch die Matratzen und das Mückennetz

Aber wenn wir die Mücken mal außen vor lassen, waren es drei wunderschöne entspannende Tage, in denen wir uns sonnen konnten, die Natur genossen und sehr viele verschiedene Tiere beobachtet haben. Neben Papageien, Affen und Süßwasserdelfinen, gab es eine große Anzahl von verschiedenen Vögeln. Auch einige Krokodile leisteten uns Gesellschaft, während wir in einer Lagune am Baden waren. Allerdings hielten sie sich doch sehr im Hintergrund, sodass man sie nur sehr kurz zu Gesicht bekam. Also kein Grund zur Sorge, wir sind gesund wieder in Cochabamba angekommen ;)












Flüsse Ibaré & Mamoré





Donnerstag, 16. Januar 2014

Reise nach Peru

Das neue Jahr hat begonnen und während die meisten Leute diese Zeit nutzen, um mit neuer Kraft in die Arbeit zu starten, machen wir, Charlie und ich, erst einmal einen Monat Urlaub. Diese Zeit nutzen wir natürlich dafür, ein bisschen mehr von Bolivien und Boliviens Nachbarländern zu erkunden und so starteten wir am 4. Januar mit unserer Reise nach Peru - eine wirklich abenteuerliche Reise.

Von Cochabamba aus ging es mit dem Reisebus (flota) nach La Paz und von da aus über die Grenze nach Cusco, Peru. Leichter gesagt als getan, denn an der Grenze gab es dann das erste kleine Problem: Wir, zwei deutsche Mädchen, deutsche Staatsbürgerschaft, das kann ja eigentlich nicht so schwierig sein Bolivien zu verlassen und nach Peru einzureisen. Aber nein, die Bolivianer waren mal wieder ganz schlau und haben sich überlegt, dass wir durch unser einjahres Visum mehr Bolivianerinnen als Deutsche sind und somit auch wie Bolivianer behandelt werden. So wurde uns nach langem warten in einer Schlange dann bekannt gegeben, dass wir noch einen Zettel ausfüllen müssen. Also wieder raus aus der Schlange, Zettel ausfüllen und wieder ganz hinten anstellen. Super!
Endlich wieder vorne angekommen mussten wir wieder warten.. und wofür? - um die bolivianischen Beamten ein kleines bisschen reicher zu machen und endlich den Ausreise-Stempel zu bekommen.

Das Einreisen nach Peru war zum Glück dann ohne Probleme und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen, sodass wir nach guten 24 Stunden in unserem Hotel in Cusco ankamen.

Nach einem Tag Stadt erkunden ging es am Montag mit Auto und Fahrrädern im Gepäck in die Berge. Von dort starteten wir unsere 4 tägige Tour und fuhren 3 Stunden im strömenden Regen mit unseren Fahrrädern bis ins kleine Örtchen Santa Maria, wo wir ein Hotel für die Nacht hatten.

Am nächsten Tag ging es weiter nach Santa Theresa, diesmal jedoch zu Fuß. Wir folgten 4 Stunden lang den alten Wegen der Inkas, die hoch und runter durch die Berge führen, genossen die grandiose Aussicht und bekamen vieles von unserem Gia (Tourführer) erklärt. Wir probierten sowohl Kakaobohnen, Honig als auch Coca, der uns sehr dabei half, den Tag zu überstehen.
außerdem ließen wir uns mit einer Farbe aus roten Beeren bemalen und zogen uns traditionell an
Coca, nicht zu verwechseln mit Kokain, wurde vor allem früher von den Arbeitern benutzt, um Energie für den langen Arbeitstag zu bekommen und Müdigkeit und Hunger zu unterdrücken. Der Coca (grüne mittelgroße Blätter) wird gekaut und im Mund, in der Backe, aufbewahrt und gelegentlich immer mal wieder gekaut. Dadurch wird anfangs durch den Saft der Mund betäubt und, wenn man es extrem zu sich nimmt, auch der Magenbereich.
sehr typisch für unseren Weg: Steintreppen!

In unserem zweiten Ort angekommen ging es direkt weiter zum zip lining, wobei wir Seilbahnen, die von einem zum anderen Berg gespannt waren, mal Kopfüber und mal als Superman entlang rasten.


Nach einem entspannenden Aufenthalt in warmen Quellen und einem weitern Tag, an dem wir 6 Stunden dem Inka Pfad tief in die Berge folgten, kamen wir mit dem Zug in Machu Picchu pueblo an. Von dort aus besuchten wir am nächsten Morgen die Ruinen der Inka-Stadt Machu Picchu.

in diesem Stein wird ein Kondorkopf dargestellt, der für die Ebene der Götter steht













Am Nachmittag ging es dann wieder zurück Richtung Cusco, wo wir mit 3 Stunden Verspätung ankamen und am nächsten Tag lagen dann nur noch 24 Stunden Busfahrt zwischen uns und Cochabamba.